MARILYN 
 

MONROE
              

Marilyn - the last Day

Ich hätte jetzt formulieren können „über das Ende der Filmdiva“, aber Marilyn ist mir dank der Ausstellung im Historischen Museum Speyer (1), die mit zahlreichen ihrer persönlichen Gegenständen bestückt war, welche viel über ihre Persönlichkeit erzählten, so ans Herz gewachsen, dass es der persönlichere Vorname sein muss. Unjournalistisch, aber was soll man machen. "Marilyn" also.

Zu den Facts: Die ZDF-Dokumentation (2), auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin, beleuchtet die Todesnacht Marilyns und versucht, die Motive für einen Selbstmord oder einen Mord zu analysieren.

So kommen die Sanitäter, die in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 als Ersthelfer von Marilyns Haushälterin gerufen worden waren, und der Polizist, der als erster die tote Marilyn sah, zu Wort. Die Aussagen der Sanitäter belasten Dr. Greenson, den Psychiater Marilyns, schwer: Er habe den Tod Marilyns verursacht, nachdem die Sanitäter sie schon reanimiert gehabt hätten.

Auf der Suche nach Motiven für einen Mord kommt ein Zeuge zu Wort, der Abhörtonbänder (3) gehört haben will, die in Marilyns Wohnhaus aufgenommen worden seien. Danach sei Robert Kennedy (4) am Abend des 4.August mit einigen Unbekannten dort erschienen, diese hätten Marilyn mit einer Spritze unbekannten Inhalts ruhiggestellt und offensichtlich panisch nach dem mysteriösen "roten Tagebuch" gesucht.

Marilyn war über den Schauspielerkollegen Peter Fowland mit den Kennedys bekannt gemacht worden. Die Dokumentation geht davon aus, dass beide Kennedys - sowohl John F. als auch Robert - mit ihr eine Affäre hatten. Als diese die Beziehungen beendeten, habe Marilyn gedroht, die Affären öffentlich zu machen. Eine wichtige Rolle wäre dabei ihrem "roten Tagebuch" zugefallen, in dem möglicherweise auch einiges Unerfreuliche über Dr. Greenson gestanden hätte.

Dr. Greenson, der Psychiater, soll entgegen aller ärztlichen Ethik eine Affäre mit seiner Patientin gehabt haben, was ihm im Falle der Veröffentlichung die Approbation gekostet hätte. Robert Kennedy soll ihm diese Möglichkeit höchst eindringlich geschildert haben.

Weitere Fakten, die die Doku nicht anspricht, die aber ebenso Zeifel an einem Selbstmord aufkommen lassen, gibt es einige. So hatte Marilyn sich gerade ein Brautkleid für ihre erneute Hochzeit mit Joe DiMaggio bestellt, die genau an dem Tag stattfinden sollte, an dem sie nun beerdigt wurde. Zudem wurde aus gerichtsmedizinischer Sicht nie ein Beweis für eine Medikamentenvergiftung erbracht, vielmehr wurde eine anfängliche polizeiliche Arbeitshypothese schnell zu einer bequemen Wahrheit stilisiert, weitere kriminalistische Untersuchungen konnten so vermieden werden und Hinweise auf die mächtigsten Politiker des Landes konnten ignoriert werden.

Zweifel am Selbstmord wurden nicht nur von der Kennedy-Seite mit dem Etikett "Verschwörungstheorie" belegt, sondern auch von einem Großteil der bundesdeutschen Medienlandschaft, waren doch die Kennedys („Ich bin ein Berliner“) die Heroen nicht nur der BILD-Zeitung der späten 50er und der 60er Jahre.

Joe DiMaggio blieb nach dem Tod Marilyns unverheiratet. Seine letzten Worte, als er 84jährig verstarb, lauteten: "Ich werde Marilyn endlich wiedersehen!"

Die Ausstellung im Historischen Museum Speyer war bis zum Januar 2020 zu sehen, Katolaoge kann man weiterhin erwerben.
www.marilyn-ausstellung.de
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1) Umfangreicher Ausstellungskataloge des Museums („Private Marilyn/The Ultimate Collection mit 80 Seiten Bonusmaterial/Sonderedition zur Ausstellung); des Weiteren die filmische Dokumentation "Marilyn Monroe – Mythos auf dem Prüfstand" (TheDokuDude -12655 Aufrufe), und Analyse der Monroe-Filme, insbesondere von „Misfits“, dessen Drehbuch von dem Dramatiker Henry Miller, dem dritten Ehemann Marilyns stammt. 

2) Die Doku ist auf Youtube zu finden:
https://www.youtube.com/watch?v=sWffnQHidco
 

3) Zu den Tonbändern (Marilyn Monroe soll nicht nur von der CIA abgehört worden sein), ihrem Verschwinden, der Rolle der CIA (Mc Carthy war obsessiver Kennedy-Gegner, für ihn waren die Kennedys Sozialisten), der Rolle der Gewerkschaften (Hoffer: ebenfalls Kennedy-Hasser) und zum Wiederauftauchen der Tonbänder siehe ebenfalls „Der Mythos Marilyn“ auf Youtube.

4) Zu Robert „Bobby“ Kennedy siehe auf Youtube: „Die Kennedys – Fluch der Macht“ sowie „Robert F.Kennedy-Brother of John F. Kennedy & Civil Rights Activist", 3:00 Min., auf Youtube in english), siehe des Weiteren die Doku auf Youtube „Die Frauen der Kennedys“.

Text : Wolfgang Merkel

(Ich danke dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Historischen Museums Speyer,  Danke auch für den Bonus-Track-Katalog, der weitere Geheimnisse lüftet. Nicht umsonst heißt die Show: MM – Die Unbekannte

Bildnachweis: Fotos: Ed Feingersh/Getty Images 4