Trainer- und Trainerinnen-Legenden des nationalen und internationalen Damenhandballs. Teil 1: Herbert Müller (Thüringer HC und österreichisches Nationalteam)

Amateure hoffen und träumen, Profis arbeiten...Bob Hanning

Herbert Müller, 3.September 1962 in Timisoara (Temeschburg) geboren...

Herbert Müller, der in dem rumänsichen Dorf Varias bei Temeschburg aufwuchs, spielte zwischen 1976 und 1980 bei Politechnika Timisoara (Temeschburg) und wechselte mit 18 Jahren nach Deutschland zur TSG Augsburg 85.

Ab dem Jahre 1988 trainierte er die Frauenmannschaft der DJK Augsburg und begann sich als Trainer für Damenmannschaften zu etablieren.

Herbert Müller und die erfolgreichen Jahre mit dem Damenhandballteam des FC Nürnberg

In seiner Nürnberger Zeit gewann Herbert Müller drei Deutsche Meisterschaften (2005, 2007, und 2008), 2004 und 2005 wurde der DHB-Pokal in die Noris geholt, 2004 sogar der Challenge Cup.

Seit 2004 trainierte der mit Leib und Seele agierende Vollbluttrainer auch als Coach der austrischen Nationalfrauenschaft und tut es nach wie vor. Bei der WM in Espana im Dezember wurde er allerdings durch Corona ausgebremst. 

2008 endete die Nürnberger Zeit und es folgte eine zweijährige Episode bei CS Urban Brasov (Romania), ehe Herbert Müller zum Thüringer HC (Erfurt und Bad Langensalza) wechselte und dort seine Nürnberger Zeit noch übertrumpfte.

Die Erfurter Jahre und Erfolge

Sieben Mal wurde der THC unter Herbert Müller Meister, von 2011 bis 2016 sechs Mal in Folge, 2018 zum siebten und vorläufig letzten Mal. Seite 2019 ist diese Meisterserie abgerissen, was unter anderem damit zu tun hat, dass dietschechische Internationale, Herbert Müllers rechte Hand auf der Platte und THC-Legende Iveta Luzumova (verheiratet dann > Koresova) schwanger wurde und in der Saison 2019/20 und 20/21 nicht zur Verfügung stand und ihr Comeback jetzt (Saison 21/22) in Tschechien bei Banik Most feierte.

Im Sommer 2020 hatten auch die deutschen Nationalspielerinnen Emily Bölk und Alicia Stolle den Verein Richtung Ferencvarosi Budapest (Fradi/ Cargo Rail Hungaria) verlassen. Die Champions League und das Gehalt hatten zu sehr gelockt und Herbert Müller meinte, dass man vom THC nicht annähernd hätte mithalten können..., um sie zu halten.

Ab Sommer 2021 verließ nach starker Saison 20/21 die potentielle Koresova-Nachfolgerin, die tschechische Internationale Marketa Jerabkova (nur eine Saison beim THC), den Verein und wechselte zu den Vipern aus Kristiansand nach Norwegen und in die Champions League...

Lamprini Tsakalou und Kerstin Kündig, letztere jetzt in der zweiten Saison in Erfurt beim THC sollen das THC-Schiff allmählich wieder auf Meisterschaftskurs bringen, so dass man in den nächsten Jahren wieder ganz oben angreifen kann.

Damit das geschieht, hat Herbert Müller 11 neue Spielerinnen geholt, die sich aber alle erst noch finden müssen. Verletzungssorgen und Corona (Yuki Tanabe, Kim Braun, Emma Ekenman-Fernis, Petra Blazek, Rinka Duijndam...) erschweren das Unterfangen und diese Saison strebt er mit dem Team Platz drei hinter der Übermannschaft SG BBM Bietigheim und dem Deutschen Meister der letzten Saison, dem BVB, an und damit die EHF Europe League.

Ausblick

Es wird für Herbert Müller darum gehen, die Leistungsträgerinnen wie Anika Niederwieser (RL), Kerstin Kündig (Zentrale), Lamprini Tsakalou (RR), Emma Ekenman-Fernis (LA), Petra Blazek (Tor) und Rinka Duijndam (Tor) zu halten, Kim Braun (LA) und Yuki Tanabe (LA) nach ihren langwierigen Verletzungen aufs alte Level zu bringen, die tschechische Rechtsaußen Dominika Zachova (kam von Banik Most), die eine gute WM in Espana Dezember 2021 gespielt hat, weiter zu fördern und zu fordern und das Team nächste Saison punktuell weiter zu verstärken, und zwar so, dass er eine sehr starke Bank zur Verfügung hat. Zumal ja dann wieder die Doppelbelastung mit der Hauptrunde der EHF Europe League auf den THC wartet, also über mehrere Monate zwei Spiele pro Woche plus Länderspiele für die zahlreichen Nationalspielerinnen.

Texte: Wolfgang Merkel/ Foto: Merkel+Merkel