Nach einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung ist die durchschnittliche Erwerbsarbeit der Frauen im Zuge der Corona-Maßnahmen wesentlich stärker gesunken als die der Männer

Bevor die Corona-Krise im Februar 2020 begann, hätten laut Untersuchung der HBS Frauen im Schnitt fünf Stunden pro Woche weniger gearbeitet als Männer.

Im Herbst 2020 habe dann die Differenz nach Aussage der gewerkschaftsnahen HBS-Stiftung schon sechs Stunden betragen.

Bei Erwerbstätigen mit betreuungsbedürftigen Kindern lag die Differenz bei der Arbeitszeit zwischen den Geschlechtern im Herbst sogar bei elf Stunden pro Woche, vor der Krise seien es zehn gewesen, während der ersten Phase der die Grundrechte stark einschränkenden Kontaktbeschränkungen gar 12 Stunden.

Durch die Lockdowns werde der Rückstand der Frauen bei der bezahlten Arbeit noch einmal anwachsen.

Die rheinhessische Stadt Worms beispielsweise hatte sich a la chinesischer Lösung quasi abgeriegelt. Der berühmt-berüchtigte 15-Km-Radius wurde verordnet. Including Ausgangssperre.Wer nicht zur Arbeit musste, durfte nur 15 Km von seiner Wohnung aus "touristisch" unterwegs sein und umgekehrt durften nur "Touristen" in Worms "einreisen", die nicht weiter als 15 Km entfernt residierten. 

Die Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der HBS-Stiftung, Bettina Kohlrausch, geht auch davon aus, dass durch die Lockdowns die Zahl der Frauen aufgrund des stark gewachsenen Betreuungsbedarfs in Kurzarbeit wechseln.

Die Studie errgänzt, dass mit dem Einzelhandel, der ja auf verheerende Weise von den Lockdown-Verordnungen betroffen war, eine Branche betroffen ist, in welcher sehr viele Frauen arbeiten, wesentlich mehr als Männer.

WOM 

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