Über 100 Jahre Vereinsgeschichte hatte der Autor Carsten Pilger im Blick, als  er sich daran machte, 111 Gründe , den 1.FC Saarbrücken zu lieben/ Eine Liebeserklärung an den großartigsten Fußballverein der Welt zu schreiben.
Carsten Pilger ist 1989 geboren, i Saarland aufgewachsen und erlebte als Vereinsmitglied Höhen und Tiefen des Traditionsvereins, der von einer Handvoll jungen Schülern einst gegründet wurde, als junge mutige Lehrer den britischen Fußball in Deutschland hoffähig machen wollten und der nach dem Krieg zwischen Frankreich und Deutschland herumgereicht wurde und als Basis des Saarlandes beispielsweise in den Länderspielen gegen die Sepp-Herberger-Elf fast die komplette Saarland-Auswahl bildete...
Absolut lesenswert für Fußballfreunde des Südwestens, was sage ich Deutschlands...
Das im Schwarzkopf&Schwarzkopf Verlag erschiende Taschenbuch ist in jedem guten Buchladen zu bestellen...

Wolfgang Merkel

SAAR-Derby

Saar-Derby darunter versteht der FCS-Fan der 00er Jahre und auch der des nächsten Jahrzehnts, eigentlich der Fan, der die Saarbrücker Matches bis Sommer 20 regelmäßig verfolgt hat, die Regionnalliga-Derbys versus Elversberg und Homburg.

Aber es gab auch Zeiten, wo das klassische Saar-Derby zwischen dem VfB Borussia Neunkirchen und dem FC Saarbrücken stattfand, und zwar in der Oberliga Südwest bis zum Jahre 1963 und in der Regionalliga Südwest in den Sechzigern und Siebzigern des letzten Jahrhunderts.

1981 verabschiedeten sich die beiden Clubs gemeinsam aus der Zweiten Bundesliga Süd und damit aus dem bezahlten Faußball. 

Für die Malstätter, die "Molschder" ein temporärer Abschied, für die Borussia aus Neunkirchen ein ewiger, die als Highlight den Polizisten Stefan Kuntz als Amateur eine Zeit lang in ihren Oberliga-Reihen im legendären Neunkirchner Ellenfeld bewundern durften, bevor er nach Bochum wechselte und von dort zum FCK, mit dem er 1990 Pokalsieger und 1991 Deutscher Meister unter Kalli Feldkamp werden sollte.

Für die Borussia aus Neunkirchen, die 1964/65 , 1965/66 und 1967/68 in der ersten Bundesliga spielte, ein Schalke des Südwestens zu werden schien, um dann Sommer 1968 erneut abzusteigen und nie mehr in die Bel Etage zurückzukehren, führte also der Weg nach 1981 in den Amnateurliga Bereich, wo man sich relativ lange in der Dritten Liga halten konnte, um dann peu a peu fünftklassig zu werden.

Ein Abschied aus dem Profibereich für immer, jedenfalls bis jetzt und Besserung ist im verfallenden Ellenfeld nicht in Sicht.

2015 übrigens trat der FCS im Ellenfeld gegen die Borussia zum Befeizspiel an, versus die Borussia, die wieder einmal fianziell sehr angeschlagen war. Zahlreiche FCS-Fans machten sich zu diesem Benefiz-Match auf den Weg und füllten die Kassen des einst verhassten Gegners, der aber jetzt eine Art saarländischer Partner ist, zumal sich auch das Verhältnis der Fan-Clubs grundlegend gewandelt hat, was damit zusammenhängt, dass es inzwischen eine nostalgische Begeisterung, ja Verklärung des Ellenfeldes im gesamten Saarland gibt, dass auch die Choreographien des Saarbrücker Fan Clubs Virage Est von den Borussen Fans bewundert werden. Aus alter Rivalität ist fast Freundschaft geworden. 

Das fußballerische Saarland wächst peu a peu zusammen. Die Underdogs des Deutschen Fußballs schließen sich zusammen und der FCS ist ja nach dem Aufstieg in die Dritte Bundesliga auf dem Weg, wieder einmal, zweitklassig zu werden. Vielleicht gelingt diese Saison (19220/21), diese Corona-schwangere Saison, der erneute Aufstieg, der Durchmarsch in die Zweite Liga. 

Die FCS-Fans, sie glauben daran, weil der FCS-Fan jede Saison aufsteigen will...

WOM

 Foto Tondo by Ionos